Helft uns helfen – Der Verein zum Benefizkonzert!

Konstanz –  Der Name ist Programm: Der Verein Helft uns helfen hat in Konstanz eine kleine Bürgerbewegung für arme Kinder in Nicaragua in Gang gesetzt. Jedes Jahr arbeiten rund 80 freiwillige Helfer daran, dass in Slums des zentralamerikanischen Landes mehrere hundert Kinder Schulen besuchen können, die ansonsten keinerlei Bildungschancen hätten.

Manche Konstanzer helfen nur einmal für ein paar Stunden, um für den Verein etwa Waffeln zu backen und zu verkaufen, andere sind seit der Gründung von Helft uns helfen vor 20 Jahren im Dauereinsatz so wie Vereinsvorsitzende Ariadne Schmitz aus Allensbach. Sie trägt große Verantwortung. Denn am Tropf des Konstanzer Vereins und seiner Schweizer Sektion hängt inzwischen der Betrieb von drei Schulen in den Armenvierteln von Nicaragua. Der Verein kommt für die Lehrergehälter, Lehrmittel, den Gebäudeunterhalt und inzwischen auch fürs Mittagessen auf.

Aus der kleinen Initiative vor 20 Jahren ist ein stattliches Hilfswerk geworden. Schlank geblieben ist nur die Verwaltung unter der Regie der Vorsitzenden Ariadne Schmitz. An manchen Tagen arbeitet sie Vollzeit für den Verein, immer aber ehrenamtlich. Rund 26 000 Euro im Jahr müsse allein die Konstanzer Abteilung für ihre beiden Schulen aufbringen, sagt Schmitz. Die dritte trägt die Schweizer Sektion. Der Verein kann auch mit wenig Geld viel leisten: Der Monatslohn eines Lehrers liegt bei 80 Euro. Zu den Haupteinnahmequellen von Helft uns helfen gehören der Verkauf von Waffeln und Bienenwachskerzen an Ständen auf dem Konstanzer Weihnachtsmarkt. Das bedeutet: Mehr als 20 Tage lang muss der Hauptstand von morgens 11 bis abends 20 Uhr mit freiwilligen Helfern besetzt sein und am Wochenende bis 21.30 Uhr und dann kommt auch noch der Betrieb des Waffelstands dazu. Ohne die vielen Schüler, Studenten, Senioren, Vertretern von Serviceclubs wie die Lions und anderen Interessierten, die für den Verein zumindest schon stundenweise freiwillig gearbeitet haben, wäre der Betrieb kaum möglich.

Dazu kommen Dauerhelfer wie der stellvertretende Vorsitzende Fabio Mazzola, auch ein Gründungsmitglied des Vereins. Er habe schon gut 3,5 Tonnen Waffelteig für Helft uns helfen angerührt, rechnet der Kinderarzt Berthold Weiner vor. Er ist der Kassenprüfer des Vereins und Chefkoordinator beim Auf- und Abbau der Stände auf dem Weihnachtsmarkt sowie der Organisation von Veranstaltungen wie dem anstehenden Benefizkonzert zum 20-jährigen Bestehen am 6. April. Dann spielen die Lokalmatadoren Schwester Gaby und Jürgen Waidele im Konzil (siehe Infokasten).

Kontaktperson in Nicaragua ist für Helft uns Helfen die pensionierte Lehrerin Dona Teresa. Sie habe die Grundsteine für die erste Schule in El Eden gelegt, sagt Ariadne Schmitz. Der Beginn, das seien ein Wellblechdach und vier Pfosten gewesen. Heute stehen massive Schulhäuser. Die Idee, sich in Nicaragua zu engagieren, hatte die Entwicklungshelferin Beasha Hanauer nach Konstanz getragen. Über die Nicaragua-Kennerin Claudia Beck-Rheinhardt sei dann der Kontakt mit Dona Teresa zustande gekommen. Vom Verein reisten regelmäßig Mitglieder auf eigene Kosten nach Nicaragua, um sich vom Alltag in den Schulen zu überzeugen, berichten Schmitz, Weiner und Mazzola. Im Auftrag des Vereins kamen früher auch junge Menschen in die Armenviertel, die statt des Militärdiensts den anderen Dienst im Ausland leisteten. Ariadne Schmitz geht davon aus, dass die Schulen auch dann in guten Händen liegen, wenn sich Dona Teresa aus Altergründen zurückziehen sollte. Ihr Sohn habe eine Ausbildung zum Lehrer gemacht und sei dabei, in ihre Fußstapfen zu treten. Ohne die Schulen und das Mittagessen müssten die Kinder aus den Armenvierteln mit Hilfsarbeiten Geld verdienen, sagt Schmitz.

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